Montag, 7. März 2011

Abu Dhabi (UAE)

8 Uhr liefen wir im Hafen von Abu Dhabi ein, die übersetzt „Vater der Gazelle“ bedeutet. Kurz nach 9 Uhr nahmen wir zuerst den Shuttlebus zur Marina Mall, welcher kostenlos zur Verfügung stand. Zur Mall fährt man fast immer direkt an der Corniche entlang, so dass wir  schon einen ersten Einblick von der Stadt erhielten. An der Mall angekommen lauerten schon die Taxifahrer auf uns. Jeder wollte uns eine Stadtrundfahrt anbieten. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten: die offiziellen Taxifahrer tragen Uniformen, alle anderen sind also nur freischaffend. Den bestmöglich Preis haben wir wohl nicht erzielt, aber immerhin billiger als ein Ausflug an Board, noch dazu da die meisten Ausflüge nur einen Fotostopp an der Moschee vorsahen. Die Moschee Scheikh Zayed Grand Mosque ist ein Muss, wenn nicht sogar neben dem Emirates Palace das Highlight der Stadt. 

Die Moschee ist nur bis 11 Uhr für die Touristen geöffnet, liegt ca. 25min (je nach Verkehr) von der Corniche entfernt und ist die drittgrößte Moschee der Welt. Es war der letzte Wunsch Scheikh Zayeds, dass solch eine große Moschee in Abu Dhabi gebaut werden sollte und sein Sohn erfüllte ihm diesen Wunsch nach dessen Tod. Auch die Standortwahl der Moschee war wohlüberlegt: denn jeder der in die Stadt, die auf einer Halbinsel liegt, kommt oder sie verlässt, sollte an dieser Moschee vorbeifahren. Die Taxifahrer warten hier meist auf die Touristen, da es ansonsten schwierig ist wieder ein Taxi zu bekommen. Schon beim Ausstieg aus dem Taxi faszinierte uns der Anblick dieser riesigen Moschee und der Ruf des Imam war zu hören. Vier je 115m hohe Minarett und große Kuppeln strahlten uns entgegen. Frauen bekommen saubere Abayas und Kopftuch ausgehändigt, ohne die sie nicht die Moschee betreten dürfen. Auch Männer die nicht entsprechend gekleidet sind, bekommen eine Dishdasha. Fotografieren ist kein Problem, abgesehen vom Mausoleum des Scheichs. Der Teppich in der Moschee soll der größte handgeknüpfte Teppich der Welt sein, die farbenfrohen Kronleuchter sind von Swarovski hergestellt und  auch die Innenwände weisen eine Besonderheit auf. Zwischen dem Marmor und den Goldplatten befindet sich nämlich ein Hohlraum, in den durch eine bestimmte Laserschnitttechnik Schriften aus dem Koran geschnitten wurden sind. Diese Wand wir von hinten beleuchtet und so scheinen einem 6 Seiten aus dem Koran in goldenen Zeichen entgegen. Außerdem befinden sich an vielen Wänden gemalte Ornamente oder eine digitale Uhr mit den Gebetszeiten. Wer sich alles in Ruhe anschauen möchte, muss hier schon mind. 30-50 Minuten einplanen.

Wir kehren zurück zu unserem Taxifahrer und wollten uns eigentlich zum Fort Quasr al Hosn fahren lassen. Dieses wird momentan aber restauriert und ist deshalb nicht zu besichtigen. Wir steigen deshalb am Baynunah Tower aus. Laut Reiseführer hat kein anderes Hochhaus die Corniche so geprägt wie dieser Tower. Wir wollen natürlich hoch auf den 165m hohen Turm, die Tickets erhalten wir an der Rezeption des Hilton Honors Club und dann bringt uns ein Angestellter auf die Terrasse. Nun, diese ist wirklich nicht für den Massentourismus ausgelegt, aber anscheinend auch nicht stark frequentiert, denn wir sind die Einzigen hier oben. Bei gutem Wetter hat man einen tollen Blick auf den Verlauf der Corniche, Emirates Palace, die fast gegenüberliegende Marina Mall und kann auch stadteinwärts blicken. Die Moschee haben wir jedoch nicht gesehen - liegt dann wohl doch zu weit außerhalb.

Wieder unten angekommen setzen wir unseren Stadtrundgang fort und laufen hinab zur Corniche, die wiederum von vielen kleinen Parks umgeben ist. Die Corniche (Strandpromenade) ist eine schöne Flaniermeile ca. 8 km bis zu Breakwater Island wo sich die Marina Mall befindet. Sie ist mit hellen Granitplatten gepflastert , umsäumt von Blumen und Palmen mit vielen Bänken, ja sogar großen Sonnensegeln, die es den Besuchern erlauben sich hinzusetzen und auf das türkisfarbene Meer zu schauen. Von hier hat man auch Blick auf die künstlich erzeugte Insel Lulu Island, die die Stadt vor den Wellen des Meeres schützen soll. Einen Abstecher machen wir zum Cannon Square. Dieser Straßenzug ist recht witzig. Zunächst vorbei an der Ruine einer Moschee, tauchen plötzlich hinter den Bäumen und zwischen den Straßenfahrbahnen große Skulpturen auf. So zum Beispiel die überdimensionierte Kanone (daher der Name), eine Schnabelkanne und Kaffeetassen, sowie ein Gefäß zum Weihrauch verbrennen, wie sie hier in Arabien so üblich sind. Wirklich nett gemacht und gibt vor der Hochhauskulisse schöne Fotomotive her. Durch den Capital Park ging es wieder zurück an die Corniche, wo wir uns ein Taxi schnappten und uns zum Schiff bringen ließen.

Nach dem Kaffee fuhren wir mit dem Shuttle wieder zur Marina Mall, denn hier in der Nähe sollte das Heritage Village sein. Ca. 15 Gehminuten entfernt, befindet sich der Eingang in das kleine Museumsdorf. Laut Reiseführer sollte dieses ab 16 Uhr bis zum späten Abend nachmittags wieder geöffnet sein, allerdings schloss man hier schon um 17Uhr seine Räume, so dass wir nur noch einen Teil zu sehen bekamen. Dafür hatten wir jedoch herrlich Abendsonne, die die Skyline der Stadt schön anstrahlte.

Trotz dessen alles recht nah auf der Straßenkarte aussieht, läuft man teilweise doch ganz schön lang. Deshalb beschlossen wir ein Taxi zum Emirate Palace zu nehmen, welches auf der Landzunge Al Ras Al Akhdar majestätisch liegt. Wir wurden also direkt zum Empfang gefahren, wo uns sofort ein Page die Tür des Taxis öffnete. Allein der Komplex von außen sieht schon toll aus und gleicht einem Märchenschloss aus 1001 Nacht. Wir waren gespannt was uns von drinnen wohl erwarten würde. Keiner fragte uns nach einer Reservierung oder Ähnlichem und so konnten wir ungehindert in die Empfangshalle des 7 Sterne Hotels der Superlative (auch wenn es offiziell nur 5 Sterne gibt). In der Lobby ist wirklich alles was nach Gold aussieht auch echtes Gold. Der Zugang zum Strand und Garten ist nur für Gäste, aber ansonsten konnten wir uns auch durch andere Bereiche des Hotels bewegen. Erst als wir wieder hinaus wollten erwischte man uns und zeigte uns den Weg zur Lobby. Neben Hotel ist das Emirates Palace auch Herberge von Staatsgästen und der Scheiche der 7 Ermirate, die separate Appartements hier haben für ihre gesamte Familie inklusive eigener Zufahrt zum Hotel. Mittlerweile war es dunkel geworden und auch bei Nacht beeindruckt dieses Hotel.

Da auch die Scheikh Zayed Grand Mosque bei Nacht schön angestrahlt sein soll, nahmen wir uns noch einmal ein Taxi und ließen uns dorthin bringen um Nachfotos zu schießen. Die Besonderheit an dieser Moschee ist dass sie blau angestrahlt wird. Normalerweise werden alle Moscheen grün angestrahlt, da diese jedoch etwas Besonderes sein soll, wählte man hier die blaue Farbe. 
Dann ging es zurück zum Schiff und wir schafften es gerade noch so zum Abendessen.

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